Freitag, 7. August 2015
Cita Real III
Faruk I., ehemaliger König von Ägypten
Ägypten
Faruk I., ehemaliger König von Ägypten


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Sonntag, 19. Juli 2015
Party im Palast III:
Taufe Princess Charlotte of Cambridge

Taufen gelten im britischen Königshaus per se als Privatveranstaltung. Daher hätte hier eigentlich ein offizielles Foto als Beleg auch genügen sollen. Der Duke und die Duchess of Cambridge hatten sich allerdings dann dazu entschlossen, die Anlagen um die St. Mary Magdalene Church in Sandringham nicht etwa abzuriegeln, wie man es eigentlich bei einer privaten Feier vermuten könnte. Zuschauer waren nicht nur geduldet, nein, sie waren sogar offiziell erwünscht. Daher nun doch ein paar Anmerkungen zu dieser Taufe, die einer Weihnachtsausgabe von Downton Abbey wahrlich alle Ehre gemacht hätte.


Was mir in Erinnerung geblieben ist...

...über allem steht die verwirrte Frage: Warum diese extreme Inszenierung? Ein Kinderwagen, in dem bereits Andrew und Edward von der Königin spazieren gefahren wurden. Okay, meinetwegen. Ein großer Bruder als look-alike seines eigenen Vaters in den 80ern und die Sachen waren seinerzeit schon nicht mehr modisch. Wenn es sein muss. Und als krönender Abschluss der Downton Abbey-Reminiszenzen ein Kindermädchen in Uniform. DAS war dann auch mir etwas zu viel des Guten.

...wir haben voller Begeisterung und Erstaunen der englischen Presse entnommen, dass der Urenkel seine Uroma einfach granny nennt. So weit, so spannend. Bei uns wurden Großeltern einfach durch Anhängen des Wohnortes differenziert. Ein Paar wohnte in Minden und war eben Oma Minden und Opa Minden und die anderen wohnten in einem kleinen Dorf mit Namen Cammer und waren eben Oma Cammer und Opa Cammer. Meine Urgroßmutter starb noch vor meiner Geburt, meine ältere Schwester nannte sie kleine Oma, weil sie eben - Sie ahnen es vermutlich - sehr klein war. Wenn sie sie allerdings direkt ansprach, sagte sie einfach Oma, wie auch ich bei direkter Ansprache natürlich die Ortsbezeichnungen wegließ. Wenn bei größeren Feiern alle vier da waren, weiß ich leider nicht mehr, wie ich das gelöst habe. Meine Neffen sprachen übrigens immer von ihrer Ticktack-Oma, das gefiel mir auch immer sehr gut. Warum sind die ganzen Kommentatoren in britischen Zeitungen also so entzückt, dass der kleine Mann seine Uroma einfach Oma nennt? Ich weiß es doch auch nicht... Aber jetzt wissen Sie wenigstens, wie es bei uns zuhause war.

...es war einfach eine Taufe. Eine fürchterlich überinszenierte, teils in Kostümen abgehaltene Taufe. Und sollte meiner Meinung nach in Zukunft wieder als Privatveranstaltung angesehen und auch durchgeführt werden.


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Royal Picture IV

Belgien
König Philippe (01. Juli 1961)


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Biblioteca Regale II:
Royal Childhood
Anna Reynolds - Royal Childhood
Großbritannien
Der Royal Collection Trust, die Stiftung, die seit 1993 die Royal Collection verwaltet, restauriert, kuratiert und vor allem monetarisiert, veranstaltet im Laufe eines Jahres auch mehrere große Ausstellungen, zu denen begleitend entsprechende Publikationen erscheinen. Im Sommer 2014 fand im Buckingham Palace die Ausstellung Link zu einer externen Seite Royal Childhood statt, in der von der Rassel bis zum Kinderbett, vom Aufbewahrungskästchen für Milchzähne und Haarlocken bis zum originalgetreuen Nachbau eines Austin Martin, vom ersten Strampler bis zum Schulbuch all das zusammengetragen wurde, was einem im Laufe einer royalen Kinderheit so begegnen kann.

Das Buch schließt in seiner Bedeutung direkt an Link zu einem Beitrag hier im Blog Königliche Hunde an: herrlich interessant zum Stöbern und natürlich per se völlig überflüssig, kurzum ein absolutes Muss.

"Royal Childhood" von Anna Reynolds, Kuratorin für Gemälde beim Link zu einem YouTube-Video oder einem YouTube-Kanal Royal Collection Trust und Lucy Peter, Mitarbeiterin eben dort. Erschienen in englischer Sprache auf 120 Seiten im Format 20 x 20 cm mit über 100 Farbfotos beim Link zu einer externen Seite Royal Collection Trust zum Preis von seinerzeit EUR 14,79. Mittlerweile (Juli 2015) kostet es EUR 19,27; Ich vermute, dass die Begleitbücher nach Ende der jeweiligen Ausstellung entsprechend teurer werden.


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Dienstag, 7. Juli 2015
Party im Palast II:
Krönung König Tupou VI.

Tonga hat nicht direkt einen neuen, aber seit Samstagmorgen tongaischer Zeit einen gekrönten König: Tupou VI. und seine Frau, Königin Nanasipau'u, wurden während eines Gottesdienstes mit den Insignien ihrer Königswürde ausgestattet und nahmen anschließend in einem teiloffenen Wagen die Grüsse der Tongaer entgegen.


Was mir in Erinnerung geblieben ist...


...was haben wir doch für großartige Möglichkeiten. Da sucht man sich einfach den einzigen Fernsehsender des Landes im Internet und schon kann man stundenlang die Krönung eines Königs anschauen, der ziemlich exakt einmal halb die Erdkugel 'rum auf der anderen Seite wohnt. Ziemlich genau unsere Antipoden, ohne jetzt mal genau nachzulesen. So kann man seinen Freitagabend auch mal verbringen.

...kann man, ist dann aber doch durchaus anstrengend, nicht die Krönungsfeierlichkeiten selbst, eher so der Livestream. Also sagen wir mal so, wenn es ein Spielfilm gewesen wäre, bei dem man das Verstehen der Handlung als durchaus vorteilhaft ansieht, wäre es suboptimal gewesen. Aber für einen Gottesdienst mit vielen Liedern und Texten - und christliche Gottesdienste sind rund um den Globus vermutlich auch nicht so unterschiedlich im Ritus - hat es durchaus gereicht. Ich muss aber zugeben, dass ich zwischendurch mal ein wenig bei den Neuseeländern fremdgegangen bin, die hatten nämlich auch einen Livestream. Und deutlich mehr Power in der Leitung...

...der eigentliche Vorgang der Krönung war dann sehr feierlich. Der König wurden mit heiligem Öl gesalbt, er bekam als Zeichen seiner Amtswürde einen Ring und ein Zepter übergeben und wurde von dem eigens aus Australien angereisten - und auf Tonga geborenen - Reverend D'Arcy Wood - ein geborener Tongaer darf den Kopf seines eigenen Königs nicht berühren, andere Länder, andere Sitten - gekrönt. Danach schmetterte der Chor, als ob es an die Mauern von Jericho ginge. Wie gesagt, der Gottesdienst begann ziemlich profan, gewann aber im Laufe der Liturgie. Anschießend wurde die Königin gekrönt. Die durchaus resolut zu sein scheint: ihr passte das nicht so wirklich, wie die Krone auf ihrem Kopf saß und ruckelte direkt daran herum. Nicht so feierlich und standesgemäß.

...danach ging es in einem teiloffenen englischen Oldtimer durch die Straßen von Nuk'alofa zum Palast und zu den anschließenden Feierlichkeiten. Und auch der während der Krönungszeremonie sehr angestrengt wirkende Tupou VI. war wohl etwas entspannter, wenn man sein Lachen und Winken während der Fahrt so interpretieren möchte.

...wirklich interessant an solchen Veranstaltungen ist ja auch immer der Versuch, möglichst viele der ausländischen Gäste zu identifizieren. Das war in diesem Fall allerdings etwas unergiebig, lediglich Naruhito, Kronprinz von Japan, und erfreulicherweise seine Frau Masako waren für mich auszumachen. Laut australischen und neuseeländischen Zeitungsberichten sollen zudem noch Georg von Habsburg für Ungarn und Marie-Therese von Hohenberg für Österreich vor Ort gewesen sein. Was mich ziemlich verwirrte, schicken jetzt zwei Republiken, die definitiv den Adel offiziell komplett abgeschafft haben, Personen auf diplomatische Reisen, weil sie halt irgendwie auch etwas mit Adel zu tun haben? Hm, vielleicht gibt es auch andere Bande, zumindest Marie-Therese von Hohenberg ist laut englischsprachiger Wikipedia Trägerin eines tongaischen Hausordens. Manchmal ist es alles schon sehr verwirrend...

...die britische Königsfamilie setzt den Trend der letzten Monate und Jahre fort und verkleinert ihren Radius doch erheblich, sei es altersbedingt oder auf Empfehlung, wer weiß das schon. Jedenfalls war bei der Krönung von Tupou V. 2008 mit dem Duke of Gloucester noch ein Cousin der Königin angereist, bei dieser Veranstaltung musste man sich mit dem High Commissioner von Tonga, Roderick Drummond, und Simon Arthur, 4. Baron Glenarthur, einem ehemaligen Minister of State - in Deutschland wäre das wohl ein Staatssekretär - im Außenministerium aus der Thatcher-Zeit, begnügen. Obwohl man definitiv auf ein Mitglied der Königsfamilie gehofft hatte, zumindest war ein solches in den allermeisten Zeitungsartikeln aus der Region angekündigt.


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Samstag, 4. Juli 2015
Der royale Bote VII:
FAZ online - Auf der Spur der Queen
Großbritannien
In ihrem Artikel Link zu einer externen Seite Auf der Spur der Queen auf Link zu einer externen Seite FAZ Online versucht Mona Jaeger - erfolgreich, so viel sei verraten - zu ergründen, warum die Queen eigentlich trotz 63jähriger Regentschaft so selten etwas gesagt hat, das einem in Erinnerung geblieben ist. Eine durchaus launige Annäherung an das Phänomen Queen. Und gleichzeitig eine sehr schöne Zusammenfassung des Staatsbesuches von vor ein paar Tagen. Sehr lesenswert. (Link zu einer PDF-Datei PDF)


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Malaysia - die Nationalhymne
Malaysia
Die Hymne Malaysias heißt Negaraku, was in der deutschen Übersetzung "Mein Land" bedeutet. Ursprünglich die Hymne des heutigen Bundesstaates Perak, wurde sie bei Unabhängigkeit 1957 zur Nationalhymne gewählt. Die Geschichte, wie ein ursprünglich französisches Chanson von Link zu einem Wikipedia-Artikel Pierre-Jean de Béranger mit dem Namen La Rosalie zur Hymne des Sultanates Perak wurde, mutet kurios an: Anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten für den britischen König Edward VII. 1901, wurde der die damalige britische Kolonie der Föderierten Malaiischen Staaten repräsentierende Sultan von Perak gefragt, welche Hymne denn für ihn gespielt werden solle. Da er sich nicht blamieren wollte - Perak hatte keine Hymne -, summte er einfach dieses seinerzeit sehr populäre Lied, welches er auf den Seychellen gehört hatte. Sehr charmant.

Negaraku, Tanah tumpahnya darahku,
Rakyat hidup, bersatu dan maju,
Rahmat bahagia, Tuhan kurniakan,
Raja kita, Selamat bertakhta.
Rahmat bahagia, Tuhan kurniakan,
Raja kita, Selamat bertakhta.

Mein Land, mein Land, wo mein Blut vergossen wurde;
Die Menschen leben einig und fortschrittlich;
Möge (uns) Gott Segen und Glück schenken
(und dass) unser König in Frieden herrscht.
Möge (uns) Gott Segen und Glück schenken
(und dass) unser König in Frieden herrscht.



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Luxemburg - das Wappen
Luxemburg
Wappen Henri, Großherzog von Luxemburg
Quelle: Link zu einem Wikipedia-Artikel Wikimedia Commons
Es existieren drei Versionen des persönlichen Wappens von Groß-herzog Henri: das kleine, das mittlere und - Sie werden es ahnen - das große. Das hier rechts abgebildete große Wappen zeigt als Schildhalter zwei gekrönte goldfarbene Löwen mit roter Zunge, den Kopf abgewandt; links mit gespaltenem, rechts mit einfachem Schwanz; beide halten jeweils eine luxemburgische Nationalflagge mit goldfarbenen Fransen.

Der Schild selber wird umrahmt vom Orden der eichenen Krone, einem luxemburgischen Hausorden, auf ihm ruht eine heraldische Krone eines Großherzogs. Schild und Schildhalter stehen auf goldfarbenen Zweigen und werden von einem purpurfarbenen Mantel mit Hermelinfutter umgeben, auf dem ebenfalls eine heraldische Krone eines Großherzogs ruht. Der Hauptschild ist geviertelt mit jeweils zwei Abbildungen der Wappen der Häuser Luxemburg (I und IV) und Nassau (II und III); der Herzschild zeigt das Wappen des Hauses Bourbon-Parma (blaues Schild mit drei goldfarbenen Lilien, rote Bordüre mit acht silberfarbenen Jakobsmuscheln).

Das mittlere Wappen besteht aus den Schildträgern, dem Orden und dem Schild mit Krone, das kleine aus Schild und Krone, jeweils ohne weitere Verzierungen und jeweils ohne dem Wappen des Hauses Bourbon-Parma.


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Donnerstag, 2. Juli 2015
Liechtenstein - der Stammbaum
Stammbaum Liechtenstein

Liechtenstein
Fürst Hans-Adam II.' Vorfahren entstammen mütterlicherseits dem österreichischem, respektive dem k.u.k.-Adel, wie das Haus von und zu Liechtenstein ja auch historisch selbst in diesem Raum beheimatet war und ist - Burg Liechtenstein, der vermutete Stammsitz der Familie, in Maria Enzerdorf in Niederösterreich ist noch heute (wieder) im Besitz des Fürstenhauses. Väterlicherseits sind das Haus Habsburg (Österreich-Ungarn), das Haus Bragança (Portugal) und eine Cousinenheirat aus dem Hause von und zu Liechtenstein vertreten.

Da Franz Joseph II., der Vater des aktuellen Fürsten, den Fürstentitel von seinem Großonkel erbte, ist dieser - Franz I. - hier nicht direkt abgebildet, er war der jüngere Bruder von Henriette von und zu Liechtenstein (obere Reihe, zweite von links). Deren Sohn Alois (zweite Reihe, ganz links) verzichtete bereits 1923 zugunsten seines Sohnes.

Wie verbandelt diese ganzen Familien in früheren Zeiten waren und immer noch sind, dokumentiert die Tatsache, dass die Mutter der eben bereits erwähnten Henriette von und zu Liechtenstein (obere Reihe, zweite von links) eine gewisse Franziska Kinsky von Wchinitz und Tettau war und diesen Namen finden wir auch bei der Großmutter von Fürst Hans-Adam II. mütterlicherseits (zweite Reihe, ganz rechts). Nun könnte man ja denken, okay, das war in früheren Zeiten eben so bei den Adeligen. Nun raten Sie aber mal, wen der Fürst wohl 1967 geheiratet hat? Richtig, Marie Kinsky von Wchinitz und Tettau... Nun ja. Wie auch immer. *räusper*


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Lesotho - der Monarch
Lesotho
Letsie III. wurde am 17. Juli 1963 unter dem Namen David Mohato Bereng Seeiso als ältester Sohn (und auch ältestes Kind) von König Moshoeshoe II. und dessen Ehefrau Königin 'Mamohato Bereng Seeiso, geborene Prinzessin Tabitha ’Masentle Lerotholi Mojela, in Morija geboren.

Seine Jugend verbrachte er in Privatschulen in Großbritannien. Er studierte danach zunächst in seiner Heimat und erlangte 1984 einen B.A. in Rechtswissenschaften, später schloss er Studien in Rechtswissenschaften und Entwicklungsstudien an den Universitäten Bristol, Cambridge und London an.

Als sein Vater 1990 durch eine Militärregierung gestürzt wurde, musste er Großbritannien verlassen und wurde im November 1990 als König vereidigt. Nach einem erneuten politischen Umsturz dankte er im Januar 1995 zugunsten seines Vaters wieder ab. Da dieser bereits im Januar 1996 bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte, wurde er am 07. Februar 1996 erneut als König vereidigt und am 31. Oktober im Sportstadion von Maseru gekrönt.

Letsie III. ist mit 'Masenate Mohato Seeiso, geborene Anna Karabo Mots'oeneng, verheiratet und hat drei Kinder: die Töchter Senate (*2001) und 'M'aSeeiso (*2004) und den Kronprinzen Lerotholi (*2007).


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Mittwoch, 1. Juli 2015
Cita Real II
Margrethe II., Königin von Dänemark
Dänemark
Margrethe II., Königin von Dänemark


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Donnerstag, 25. Juni 2015
Party im Palast I:
Hochzeit Prinz Carl Philip + Sofia Hellqvist
Hochzeit Prinz Carl Philip + Sofia Hellqvist
Quelle: Link zu einer externen Seite Kungahuset.se / Mattias Edwall
Am 13. Juni war es dann also so weit: Link zu einem Wikipedia-Artikel Carl Philip, Prinz von Schweden und Herzog von Värmland, und Sofia Hellqvist haben geheiratet. Die englische Wikipedia formuliert mit leicht gespitzten Lippen so schön wie scharf: [ein] former semi-nude glamour model, bei uns wäre sie halt irgendwie als C- bis D-Promi irgendwo bei RTL bis RTL II verortet gewesen, heiratet seinen Prinzen. Sei es, wie es sei, "die Liebe hat gesiegt" würde einer der anstrengenden ZDF-Moderatoren sicherlich gesagt haben.


Was mir in Erinnerung geblieben ist...

...ich werde alt. Und spießig. Selten hat mich an einer Hochzeit so viel gestört. Ich halte mich - hielt mich bisher für äußerst tolerant. Diese Hochzeit, vielleicht auch der Bräutigam und/oder die Braut, vielleicht die Hochzeit selbst brachten mich etwas an meine Grenzen der Begeisterung für royale Ereignisse.

...ich kann nicht leugnen, dass ich Enya beim Einzug der Braut in die Kirche, Rihanna und Coldplay während der Messe und eine Musik aus Sister Act 2 beim Auszug persönlich als sehr, sehr anstrengend empfinde. Ich bin kein großer Kirchengänger, vermutlich nicht mal -freund, aber es ist für mich dann immer noch eine Kirche und kein Club - ich hatte ja gesagt, ich werde spießig. Ich war irgendwie beruhigt, dass der angekündigte Avicii dann aber doch für die Feier am Abend eingeplant war.

...diese vor Schleim triefende Popmusik dann auch noch als besonderen Beweis der Liebe des Brautpaares zueinander darzustellen, gebührte den sich dem Musikniveau problemlos anpassenden Moderatoren des ZDF. Wann gibt es endlich eine Petition gegen Norbert Lehmann als Kommentator von solchen Übertragungen? Ich will zeichnen!

...und damit ich meine neu erworbene Intoleranz und Spießbürgerlichkeit noch ein weiteres Mal ausleben kann: man achte bei dem Erwerb von Tattoos darauf, ob man diese dann auch noch in jeder Lebenslage schön finden kann. Als - ich zitiere - former semi-nude glamour model kommt so etwas bestimmt ganz hervorragend, wenn es dann aber statt des Betreibers eines drittklassigen Etablissements dann doch der Prinz von Schweden als Bräutigam wird, sieht es eher auf den zweiten Blick gut aus. Und ich mag mir auch gar nicht vorstellen, wo da wohl noch überall Tattoos lauern... Okay, ich gebe zu, dass war ein mieser Männerspruch. Aber bei Tattoos oder gar diesen Unterarmkomplettbemalungen von FußballerInnen streikt mein gutes Benehmen zunehmend.

...König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia schauten dem munteren Treiben ziemlich gelassen zu. Der König grinste manchmal etwas irritiert, weil er sich wohl auch auf einem Konzert wähnte, aber was tut man nicht alles für die Kinder. Und vermutlich war er froh, dass der Spross endlich unter die Haube kam. Erst ein Fitnesstrainer, dann ein Investmentbanker, nun ein, nein, keine Sorge, ich zitiere nicht erneut, ein ehemaliges Fernsehsternchen, da ist man als König vermutlich froh, wenn das mit dem Heiraten dann mal durch ist.

...so, und nun zu den erfreulichen Dingen. Prinzessin Estelle hatte ihren ersten großen Auftritt als Blumenmädchen. Und für eine Dreijährige hat sie das ganz hervorragend gemacht, sprich sie ist nicht negativ aufgefallen, falls so kleine Kinder das überhaupt können, negativ auffallen.

...apropos kleine Kinder. Cousine Leonore hielt dafür eine halbe Reihe in der Kirche in Bewegung. Ihr Vater wurde des agilen Kleinkinds auch nicht wirklich Herr, die komische Frau in rot (Königin Margrethe II. von Dänemark) wollte auch nicht wirklich mit ihr spielen und guckte eher griesgrämig (ich würde ja auf die Musik tippen) und Mama Madeleine hatte wirklich ausgiebig mit dem jetzigen kleinen Bruder Nicolas zu tun. Es war also vermutlich ganz schrecklich langweilig. Aber dann kam endlich Onkel Daniel ins Spiel. Als zukünftiger Prinzgemahl ja vermutlich eh mehr mit der Hausmannrolle befasst und zudem ja eben auch selbst Papa einer Tochter, griff der sich dann die kleine Hummel und siehe da, das Kind wurde endlich adäquat bespielt und es war Ruhe im Karton. Große Hochachtung.

...Prinz Daniel war aber nicht nur einer der wenigen Männer, der positiv auffiel, er war überhaupt einer der wenigen anwesenden Männer. Die meisten glänzten nämlich durch Abwesenheit. So kam es beim Defilee der Gäste zu einer großartigen Vier-Königinnen-Variante: Maxima, Mathilde, Sonja und Margrethe, alle ohne Männer, alle sehr schick, ganz großes Kino. Besonders augenfällig wurde der Mangel an Männern dann, als bei Coldplays Fix You die meisten Frauen mit den Tränen zu kämpfen hatten und reflexartig nach der Hand ihres Partners griffen. Tja, nun, alle eben außer den vier Königinnen. Okay, Margrethe und Sonja war eh nicht so nach weinen (Coldplay?!?), aber Mathilde und Maxima hätten schon gern. Glaube ich.

...also, wenn es das Brautpaar so schön fand, dann ist es ja auch gut gewesen. Ich fand es eher so mittel, aber das haben Sie sich vermutlich schon gedacht. Viel schlimmer: das war so ziemlich die letzte große Hochzeit in dieser Generation. Es fehlt eigentlich nur noch einer, Prince Harry of Wales. Aber das kann ja vermutlich noch dauern.


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Der royale Bote VI:
Krönung König Tupou VI.
Tonga
Während man aus manchen Königshäusern jegliche neue Befindlichkeit im Twitter-Takt übermittelt bekommt, dauert es leider bei weniger präsenten Häusern häufig etwas länger: Der Premierminister von Tonga hat bereits am 28. April in einer Link zu einer externen Seite Pressemitteilung bekannt gegeben, dass die diversen Feierlichkeiten anläßlich der Krönung von König Tupou VI. am 27. Juni mit der traditionellen Kava-Zeremonie beginnen und am 07. Juli mit einem Military Tatoo enden werden. Höhepunkt wird am 04. Juli die eigentliche Krönungs-Messe in der Free Wesleyan Church Centenary Church in Nuku'alofa sein.


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